Während man sich nördlich der Elbe noch
Gedanken über die Einführung einer Videoüberwachung an Kriminalitätsbrennpunkten
macht, ist man südlich der Elbe bereits weiter. Im Stadtteil Harburg wird
erstmals im öffentlichen Raum diese Technik eingesetzt, um einen Fußgängertunnel
zu überwachen. Der Datenschutzbeauftragte hat bereits zugestimmt.
Konkret geht es um den Tunnel, der die Lämmertwiete
mit dem durch Bahngleise und B 73 abgetrennten Harburger Hafen verbindet.
Die Sicherheitskonferenz Harburg hatte sich dem Problem angenommen und
einstimmig der Installation einer Überwachungskamera zugestimmt. Das Gerät
selbst wird aus dem Topf der Sicherheitskonferenz, also mit Steuermitteln,
finanziert. Die laufenden Kosten übernehmen private Firmen.
Die Bilder der Kamera laufen nicht bei der
Polizei, sondern werden vom ohnehin vorhandenen Wachmann vom Channel Harburg
beobachtet, der im Notfall die Ordnungshüter alarmiert. "Alle politischen
Fraktionen und Institutionen, die in der Sicherheitskonferenz vertreten sind,
haben dem Konzept zugestimmt", betont Koordinator Christian Diesener.
Für Rolf Dieter Fischer, Kreisvorsitzender
der CDU, hat das Modell "Vorbildcharakter für ganz Hamburg".
"Wir haben uns hier nicht mit Kleinigkeiten aufgehalten. Wichtig war, dass
das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen verbessert wird, die den Tunnel
benutzen wollen", betont Fischer.
Damit der
Datenschutzbeauftragte zustimmt, wird auf eine Aufzeichnung der Bilder
verzichtet. "Sollte man eine Lösung finden, nach der dies doch möglich
ist, kann die Anlage schnell entsprechend umgerüstet werden", ist sich der
CDU-Politiker aus Harburg sicher. Mit dem Projekt verbinden die Befürworter die
Hoffnung, dass durch die Videoüberwachung auch der Vandalismus im Tunnel eingedämmt
wird. zv
Artikel erschienen am 27. Nov 2003